Grillen – Wenn Gewohnheit zur Gefahr wird

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Brühl, 22.05.15. Der Sommer ist da! Wie jedes Jahr locken die ersten Sonnenstrahlen die Menschen den Garten und es wird zu einem gemütlichen Grillabend geladen. Doch häufig wird aus dem Spaß bitterer Ernst: In der Grillsaison passieren jährlich deutschlandweit rund 4.000 Grill-Unfälle – häufig mit schweren Verletzungen als Folge, so die Statistik der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin. Umso wichtiger ist es, Risiken im Vorfeld auszuschließen und gut versichert zu sein.

 Grillen boomt: Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmen mafowerk aus dem Jahr 2013 grillt jeder zweite Deutsche mehr als zehn Mal im Jahr, mehr als 70 Prozent besitzen einen eigenen Grill – Tendenz steigend. Aber oft sind es eben genau solche kleinen, alltäglichen Handlungen, die dazu führen, dass Menschen Gefahren falsch einschätzen. Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts erkannt: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Schnelligkeit bei elementaren Handlungen in bekannten Situationen bringt einen evolutionären Vorteil mit sich, führt aber auch zu Unachtsamkeit. Das gilt besonders für das jährliche Ritual des sommerlichen Grillens.

 „Grillen ist eine derart alltägliche Beschäftigung geworden, dass die damit verbundenen Gefahren von den meisten Menschen komplett unterschätzt werden“, weiß Versicherungsexperten Sarah Vos von www.solvenzcoach.de „Außerdem ist Grillen ein soziales Event. Viele angenehme Außeneinflüsse wie Musik, Alkoholgenuss, nette Gespräche oder ein kleiner Flirt lenken ab und werden zu Risikofaktoren.“

Erhitzte Kohle kann auch nach mehreren Stunden Abkühlung noch Feuer entfachen

 Laut der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin endet jeder achte Grillunfall mit schweren Verbrennungen und Krankenhausaufenthalten. Wer grillt, sollte sich also mit den Gefahren auseinander setzen – und zusätzlich gut versichert sein. Mehr als die Hälfte aller Grillunfälle gehen laut der Studie mit flüssigen Brandbeschleunigern einher. Eine sicherere Alternative finden Barbecue-Genießer in brikettförmigen Wachsanzündern oder Anzündkaminen, die auch deutlich langlebiger sind. Zudem sollte der Grill in einer sicheren Umgebung aufgebaut werden: Brennbares Material wie Holz oder Papier sollten sich nicht im Umfeld befinden. Kinder sind unbedingt vom Grill fern zu halten. Die Kohle ist nicht mit Wasser zu löschen und im Müll zu entsorgen: Auch nach mehreren Stunden Abkühlung kann erhitzte Kohle wieder Feuer entfachen. Am besten ist es daher, die Kohle über Stunden abzukühlen und dann in einem feuerfesten Behälter zu entsorgen. Und besonders wichtig: Wer grillt, sollte bei klarem Verstand sein und nicht unter Alkoholeinfluss stehen.

 Welche Versicherung zahlt unter welchen Umständen?

Wenn es dennoch zu Sach- oder sogar Personenschäden kommt, muss die Versicherung umgehend informiert werden. Oftmals jedoch versuchen Versicherungen, sich aus der Affaire zu ziehen. Immer wieder kommt es zur schleppenden Regulierung des Versicherers oder zu einer gänzlichen Nichtleistung – für Uninformierte kann der Grillabend schnell zur Katastrophe werden.

„Für Sachschäden an Gartenmöbeln oder ähnlichem durch außer Kontrolle geratenes Grillfeuer tritt üblicherweise die Hausratversicherung ein. Bei Schäden am Haus, etwa durch einen Brand durch Funkenflug, hilft die Wohngebäudeversicherung. Aber Achtung: bei grober Fahrlässigkeit zahlt keiner der beiden Versicherer“, warnt Vos. „Verletzt man sich selber, benötigt man eine private Unfallversicherung.“

Und was ist, wenn andere Personen oder deren Eigentum verletzt bzw. beschädigt werden? „Dann springt die private Haftpflichtversicherung des Verursachers ein. Aber auch hier gilt: Die Leistung kann bei grober Fahrlässigkeit verweigert werden“, so Vos.

Quellen:

http://www.mafowerk.de/news/freizeitbeschaftigung-grillen-wird-immer-mehr-zur-ars-grillendi/

Bildquelle:

Rudolpho Duba / pixelio.de