Psychosomatische Schmerzen: Wenn Stress auf den Magen schlägt

343466_web_R_K_B_by_Stephanie  Hofschlaeger_pixelio.de

Herten, 26. November 2014. Stress liegt vielen Menschen schwer im Magen: Ein Streit, eine Prüfungssituation, Zeitdruck oder eine zu hohe Arbeitsbelastung rufen schnell Beschwerden im Magen-Darm-Trakt hervor. Etwa 20 Prozent der Erwachsenen leiden unter regelmäßigen Verdauungsbeschwerden, viele davon werden durch Stresssituationen hervorgerufen. Der Grund: Zwischen dem Gehirn und dem Magen-Darm-Trakt gibt es einen heißen Draht, der psychische Befinden oft zu körperlichen Beschwerden  übergehen lässt.

Mehr als hundert Millionen Nervenzellen durchlaufen den Magen-Darm-Trakt: Ungefähr gleich viele Menschen leben in Japan. Und genauso viele sitzen im menschlichen Rückenmark – Das Verdauungssystem ist ein häufig unterschätzter Bereich des Körpers, der sich bei vielen besonders in Stresssituationen bemerkbar macht. In einer Studie der Universität Göteborg fanden Wissenschaftler heraus, dass 40 Prozent der untersuchten Frauen, die sich gestresst fühlten, unter psychosomatischen Bauchschmerzen litten.

Das Verdauungssystem gehört zu den empfindlichsten Bereichen des Körpers und reagiert besonders stark auf Stresshormone. „In stressigen Situationen wird vermehrt das Stresshormon Cortisol im Körper ausgeschüttet. Das führt dazu, dass sich die Atmung beschleunigt, das Herz schneller schlägt und die Muskulatur schneller durchblutet wird, dem Magen-Darm wird hingegen Blut entzogen und der gesamte Verdauungsprozess zum Stoppen gebracht“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin, Dr. Philip Timmerkamp von www.hausarztzentrum-herten.de.

Der Grund: Der Körper ist in Stresssituationen in voller Alarmbereitschaft und macht sich zum Flüchten bereit. Diese Abwehrbereitschaft benötigt viel Energie, die aus den Reserven im Magen-Darm-Trakt gezogen wird. Die Folgen: Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung. Steht der Mensch unter dauerhaften Stress, so kann dies zu einem ernst zu nehmenden Problem für die Gesundheit werden. Denn wird die Magenschleimhaut dauerhaft schlecht durchblutet, wird sie durchlässig für die aggressive Magensäure, die die Muskulatur angreift. Dies führt häufig zu einer schmerzhaften Gastritis.

Timmerkamp rät bei regelmäßigen psychosomatischen Bauchschmerzen zu einer Stressbewältigung durch Entspannungstechniken oder durch regelmäßige sportliche Aktivitäten.

Bildquelle: Stephanie Hofschläger / Pixelio.de